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Treffpunkt-Bildung

 
Abschlussbericht des Projektes "Treffpunkt Bildung!"
 
Im März 2010 hatte das Forum der Kulturen Stuttgart e. V. ein völlig neuartiges Projekt gestartet: „Auf die Plätze, Projektantrag und los!“ lautete der Projekttitel, mit dem alle Stuttgarter Migrantenvereine eingeladen wurden, an einem innovativen Förderwettbewerb teilzunehmen.
 
Das außergewöhnlich Neue an diesem Projekt ist auch, dass die Ausschreibungsunterlagen und die Förderkriterien dieses Wettbewerbs von den Migrantenvereinen selbst entwickelt wurden. Von März bis April nahmen an drei Workshops zur Ausarbeitung der Antragstexte und der Förderkriterien ca. 40 Vereine mit ca. 80 aktiven Vereinsmitgliedern teil – eine unerwartet hohe Beteiligung! Kurz darauf wurde der Förderwettbewerb eröffnet und bis Anfang Juli trafen insgesamt 27 Anträge von Stuttgarter Migrantenvereinen beim Forum der Kulturen ein mit Projektideen aus den Bereichen Soziales, Bildung, Kultur, Elternarbeit, Umwelt, Gesundheit etc. Eine Jury, die aus Vertretern der Stadt Stuttgart (Stabstelle für Integrationspolitik und Stabstelle „Förderung Bürgerschaftliches Engagement“), Vertretern von Stiftungen (Robert Bosch Stiftung, Baden-Württemberg Stiftung und Bürgerstiftung Stuttgart) sowie Mitgliedern des Internationalen Ausschusses der Stadt Stuttgart zusammengesetzt war, tagte Ende Juli und wählte insgesamt 18 Projekte aus, darunter auch unser Projekt „Treffpunkt – Bildung!“
 
Unsere Projektarbeit begann mit der Suche nach den geeigneten Räumlichkeiten für die verschiedenen Bildungsangebote, die den Kernpunkt des Projekts bilden. Nach einer langen Suchaktion konnten wir die Bismarckschule Feuerbach,
 
Wienerstraße 76, 70469 Stuttgart, als den Treffpunkt unseres Projekts gewinnen. Als Auftakt der Projektarbeit wurde eine Informationsveranstaltung am 30.10.2010 organisiert, damit die verschiedenen Bildungsangebote ausführlich vorgestellt werden konnten und die potentiellen Interessenten sich für die Kurse informieren und anmelden konnten.
 
 
 
Im Rahmen des Projektes wurden insgesamt folgende Bildungsveranstaltungen angeboten:
 
 
 
 
 
1. Solongo-Schule mit 3 Altersklassen:
a. Kleinkinder (zwischen 3 und 4 Jahre)
b. Vorschulkinder (zwischen 4 und 6 Jahre)
c. Schulkinder (zwischen 6 und 8 Jahre)
2. Sprachkurse:
a. Englischkurs
b. Mongolischkurs für Anfänger
c. Mongolischkurs für Fortgeschrittene
d. Methodenkurs
e. Deutschkurs
3. Soziale Netzwerkvera nstaltungen und Vorträge zu Familie und Eltern:
a. Regelmäßig Samstags: Pausengespräch zu verschiedenen Themen wie Deutsch-Mongolische Kulturarbeit etc.
b. Stammtisch jeden letzten Samstag des Monats
c. Vortrag zu „Familie und Nachbarschaft (FuN) – Projekt in der Mongolei“ von Frau Prof. Dr. Hennige (Universität Reutlingen) am 10.03.2011
d. Weihnachtsfeier am 18.12.2010
e. „Tsagaan sar“ das mongolische Neujahresfest nach dem Mondkalender am 06.02.2011
f. Projektabschlussfeier am 23.07.2011
4. Weiterbildungsworkshops:
a. Workshop zu „Wie schreibe ich eine Seminar- oder Hausarbeit?“ am 11.03.11
b. Workshop zu „Wie halte ich einen guten Vortrag?“ am 13.05.2011
c. Workshop zu „Wie bereite ich auf eine Prüfung vor“ am 17.06.2011
 
Die Vorbereitung für das Projekt sowie die Durchführung wurden von den 5 Vorstandsmitgliedern geteilt übernommen. Das heißt, die Projektarbeit wurde in 5 Bereiche, je nach Veranstaltungstyp, untergegliedert und jeder Bereich wurde von einem Vorstandsmitglied geleitet und von den Vereinsmitgliedern mitgearbeitet und unterstützt.
 
Insgesamt waren am Projekt ca. 90 regelmäßige Teilnehmer und ca. 20 unregelmäßige Teilnehmer als Interessenten und Schnuppernde beteiligt. Darüber hinaus gab es bei den sozialen Veranstaltungen hohe Besucherzahlen. Zu den regelmäßige Teilnehmer zählen auch 13 Kinder von 3-8 Jahren. Studenten und Berufstätige waren als regelmäßige Teilnehmer gleichermaßen vertreten. Dies zeigt, dass das Projekt die Zielgruppen erfolgreich erreicht hat.
 
Wir hatten das Internationale Zentrum der Universität Stuttgart und die Mongolische Botschaft als Kooperationspartner. Unser wichtigster Kooperationspartner war das
Internationale Zentrum der Universität Stuttgart und die Zusammenarbeit mit dem Zentrum kann als sehr gut eingeschätzt werden. Das Internationale Zentrum der Universität Stuttgart stellte uns für die Weiterbildungsworkshops Seminarräume kostenlos zur Verfügung und half uns bei der Öffentlichkeitsarbeit wie zum Beispiel
die Rundmailverteilung über die Angebote der Bildungsveranstaltungen und sowie bei der Verteilung der Projektflyer.
 
Wir sind mit der Durchführung unseres Projektes sehr zufrieden, und zwar aus folgendem Grund:
 
Das Projekt „Treffpunkt-Bildung“ war unser erstes Projekt, das ein großes und weites Tätigkeitsspektrum hatte und dadurch viele verschiedene Zielgruppen ansprach und
über einen längeren Zeitraum lief. Aufgrund dieser Größenordnung war das Projekt für einen jungen Verein wie unseren eine große Herausforderung. Dass wir diese
Herausforderung mit Bravour bestanden haben, macht uns mehr als zufrieden.
Das wichtigste Ziel des Projektes war zum einen, mongolischen Studenten und Migranten zu helfen, die Defizite in ihren studienbezogenen und beruflichen Schlüsselkompetenzen auszugleichen und zum anderen, ihnen zu zeigen, dass man ohne großen finanziellen und zeitlichen Aufwand voneinander lernen kann und dass
man dadurch auch sich selbst helfen kann, anstatt von anderen Hilfe zu erwarten.
Dass dieses Ziel erreicht wurde, ist uns sehr deutlich geworden, als die Teilnehmer der Bildungsveranstaltungen anfragte, ob diese auch weiterhin angeboten werden und vor allem ob sie eigene Themen, die sie am meisten interessieren, vorschlagen können.
Weitere Ziele des Projektes waren es, erstens eine Vernetzung zwischen Studenten und Berufstätigen zu erschaffen, damit sie gegenseitig Erfahrungen austauschenkonnten, und auch eine Vernetzung zwischen Mongolen und den sich für die Mongolei interessierenden Deutschen zu kreieren, um den kulturellen und gesellschaftlichen deutsch-mongolischen Informationsaustausch zu fördern. Wir konnten unsere Zielgruppen, also mongolische Studenten und Berufstätige und deutsche Interessenten, erreichen. Da die Teilnehmer gleichermaßen von Studenten als auch Berufstätigen vertreten sind, können wir sagen, dass dieses Ziel auch erreicht wurde. Die Zielgruppen, die wir nicht erreichen konnten, sind andere ausländischen Jugendliche, Studenten und Berufstätige, für die die Bildungsangebote auch interessant gewesen sein könnten. Wir vermuten, dass dies doch an dem Sprach- und Kulturunterschied lag.
Die allergrößte Schwierigkeit war es, passende Räumlichkeiten für die Projektdurchführung zu finden. Da der Kernpunkt des Projekts war, die vielen Bildungsveranstaltungen möglichst an einem Ort zur gleichen Zeit anzubieten, damit das Voneinander-Lernen, der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung möglich werden. Da wir 3 Schulklassen, 3 Kurse und weitere Weiterbildungsworkshops im Angebot hatten, war es schwierig einen Ort mit vielen Räumen zu finden. Ein
weiteres Problem war es, die Vermieter der Räumlichkeiten zu überzeugen. Da wir am Ende eingesehen haben, dass Schulgebäude genau richtig für unsere Zwecke
sind, haben wir versucht, bei Schulen anzufragen. Obwohl das Schulamt versichert hatte, dass es für gemeinnützige Vereine möglich ist, Klassenräume in Schulen zu
benutzen und dass wir nur die Schulen um Erlaubnis bitten muss, hat die Schulen uns gegenüber immer gesagt, dass sie nicht zu entscheiden hätten. Das
war ein ewiges Hin- und Her. Dies war auch ein Grund, warum die Bildungsveranstaltungen ein Monat später anfangen mussten, als geplant.
 
Fast alle Vereinsmitglieder waren am Projekt beteiligt, und zwar dies in vielerlei Hinsicht. Sie haben aktiv an den Sprachkursen, Seminaren und Workshops teilgenommen und arbeiteten aktiv an der Organisation und Koordination der Bildungsveranstaltungen, wie z.B. Dienstplanerstellung, Kassenführung für das Mittagessen, Kinderbetreuung und Flyergestaltung, mit. Darüber hinaus haben sich einige Mitglieder an der Leitung der einzelnen Bildungsveranstaltungen als Lehrer, Dozenten und Referenten beteiligt. Alle Mitarbeit am Projekt der Vereinsmitglieder war auf ehrenamtlicher Basis.
 
Das Projekt hat sowohl innerhalb als auch außerhalb des Vereins eine bessere Vernetzung und Anerkennung bei den Followern und bei ähnlich engagierten
Vereinen im deutschen und im mongolischen Raum gebracht.
 
Nicht nur die Vorstandsmitglieder sondern auch die Vereinsmitglieder haben sehr viel über Antragstellung und Projektmanagement gelernt, was für weitere durchzuführende Aktivitäten einen unschätzbaren Wert haben. Ein weiterer Gewinn für alle Beteiligten am Projekt war es, dass man bei der
Projektarbeit sehr viele weitere Kompetenzen und persönliche Fähigkeiten in den Bereichen wie Projektmanagement, Selbst- und Zeitmanagement, Projektschreiben,
Finanzrechnung und Vereinsführung und etc. erwerben konnte.
 
Wir führen unser Projekt teils durch die ehrenamtliche Arbeit und teils durch Sponsoring weiter, aber da wir das Projekt mit mehr Angeboten ausbauen wollen
und noch mehr Leute /Zielgruppen ansprechen und erreichen wollen, möchten wir weitere Anträge an verschiedene Stiftungen und Ausschreibungen stellen.
 
Insgesamt sind wir mit der Begleitung des Forums der Kulturen sehr zufrieden. Durch die Informationsveranstaltungen vor der Antragstellung konnten uns das
Antragsverfahren sehr gut verstehen und nachvollziehen, was wiederum die Antragstellung erleichterte. Die Antragsunterlagen waren verständlich und
unkompliziert formuliert und die Beratungsgespräche dafür waren sehr hilfreich. Wir und einige Vereinsmitglieder haben an den Seminaren und Workshops
teilgenommen, die das Forum der Kulturen projektbegleitend angeboten hat. Sie waren sehr informativ und praxisorientiert, so dass die Fragen und Probleme, die uns
während der Projektarbeit aufgekommen sind, auch zeitgemäß beantwortet und gelöst werden konnten. Da das Angebot an Seminaren und Workshops sehr
flächendeckend war, hatten wir keine weiteren Wünsche. Es gab keinen Mangel an Hilfestellung.
 
In diesem Sinne wünschen wir unseren Mitwirkenden erholsame und frohe Festtage. Genießen Sie mit Ihren Familien die etwas ruhigere Zeit zwischen den Festtagen und rutschen Sie gut in ein erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2012.
 
Wir bedanken uns schon mal im Voraus und freuen uns auf die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit.
 
Das VMA - Team